I AM WORKING ON MY NOVEL

29. und 30. Oktober 2026
Ausstellungshalle der
Kunsthochschule Kassel
Künstlerisches Schreiben als eigenständige Praxis hat sich in den letzten Jahren sowohl in der Kunstausbildung als auch im internationalen Ausstellungsbetrieb etabliert. Die zweitägige Konferenz an der Kunsthochschule Kassel widmet sich den Wechselbeziehungen zwischen künstlerischem Schreiben, wissenschaftlicher Forschung und bildender Kunst.

Organisiert von Prof. Dr. Felix Vogel (Kunsthistoriker und Professor für Kunst und Wissen/documenta Institut), Annette Weisser (Künstlerin und Autorin), Max Grau (Künstler und Autor/Mitarbeiter der Basisklasse Bildende Kunst).

Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.

Teilweise in englischer Sprache ohne Simultanübersetzung.

KUNSTHOCHSCHULE KASSEL — DOCUMENTA INSTITUT

Donnerstag 29.10.2026

17:00
Einführung und Begrüßung
Felix Vogel, Max Grau, Annette Weisser
18:00
(Online in englischer Sprache)
Conceptual Writing vs. Literary Fiction
Chris Kraus im Gespräch mit Annette Weisser und Max Grau
Lesung aus „The Four Spent the Day Together“
19:30
Writing under the Influence
Lesungen von Sophia Eisenhut und Knut Ebeling mit anschließendem Gespräch
Moderation: Max Grau
ab ca. 21:00 Drinks

Freitag 30.10.2026

09:00
Plattform als Form. Veröffentlichen zwischen Kunst und Institution
Im Gespräch: Katrin Mayer und Jenni Bohn
Moderation: Felix Vogel
10:30
Zur Materialität von Text
Im Gespräch: Jan Blessing und Sarah Lehnerer
Moderation: Felix Vogel
12:00 Mittagspause
13:00
(In englischer Sprache)
Avatars of the Artist as Author
Im Gespräch: Anke Dyes und Quinn Latimer
Moderation: Annette Weisser
Im Anschluss Lesungen von Anke Dyes und Quinn Latimer
14:30
(Online)
Gegenwart Schreiben
Kathrin Röggla im Gespräch mit Annette Weisser
Lesung Kathrin Röggla
Pause
16:30
Screening „This Suffocating Now“ von Vika Kirchenbauer
(2026, 15:36 Min.)
Anschließend Vika Kirchenbauer im Gespräch mit Max Grau
18:00 Schlusspanel

Teilnehmer*innen

Jan Blessing

ist Grafikdesigner mit Schwerpunkt Typografie, Buchgestaltung und Druckproduktion. Er ist Mitgründer des Designstudios Book Book, leitet die Studienwerkstatt Typografie an der Kunsthochschule Kassel und lehrt in Workshops und an Hochschulen. Seine Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Gestaltung und Produktion, mit einem besonderen Fokus auf die Zukunft von Druckverfahren als analoge und digitale Medien für Gestalter*innen und Künstler*innen. Besonders beschäftigt ihn die Wiederentdeckung des Office-Offsetdrucks und dessen Transformation zu einem experimentellen gestalterischen Feld.

Jenni Bohn

arbeitet als Programmleiterin für Burg Hülshoff – Center for Literature (CfL). Seit 2021 ist sie Mitbetreiberin des Offspace mauer in Köln. Als Dozentin lehrt sie zu interdisziplinären Formaten zwischen Literatur, Bildender Kunst und Performance.

Anke Dyes

ist Künstlerin und Autorin. Sie schreibt regelmäßig für Publikationen wie Provence, May Revue, Texte zur Kunst, Camera Austria. Zuletzt erschien ihr Buch „Multiple Minds One Body“ im Transcript Verlag. Noch bis März 2028 unterrichtet sie Künstlerisches Schreiben und Forschen an der Akademie der Bildenden Künste in München.

Knut Ebeling

ist Autor und Professor für Medientheorie und Ästhetik an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Studium in Berlin und Paris. Ausgewählte Publikationen umfassen „There Is No Now. An Archaeology of Contemporaneity“ (Sternberg Press, 2017), „Sorge. Autotheorie der Trauer“ (textem, 2021), „Der Krieg im Kopf. Meditieren mit Bataille“ (Matthes & Seitz, 2024) sowie „Permeationen – Durchdringungen von künstlerischer Forschung und ästhetischer Theorie“ (Spector Books, 2025).

Sophia Eisenhut

ist Künstlerin und Autorin, deren Arbeit sich mit der Performanz und Materialität von Schrift befasst unter anderem im Kontext einer feministischen Sprachkritik und der Leerstelle einer weiblichen Schreibweise. In Leipzig hat sie Kunstgeschichte, Typographie und Bildende Kunst studiert. Zuletzt ist ihr Band SPAM IN ALIUM im Merve-Verlag erschienen.

Max Grau

lebt in Berlin. Er arbeitet als Künstler und Autor. Studium der Freien Kunst an der HBK Saar, der Kunsthochschule Berlin Weißensee und am Art Center College of Design, Pasadena. Seine Texte erscheinen sporadisch und meist auf Englisch in Ausstellungskatalogen von Freund*innen, in Zines mit zweistelligen Auflagen und auf kurzlebigen Websites. Zwischen 2016 – 2020 konnten Interessierte die Email-Kolumne „dear_friends“ abonnieren, in der es viel, aber nicht ausschließlich, um Freundschaft ging. 2018 erschien das Künstlerbuch "You See I’ve Always Wanted Things To Be Beautiful". Er war Teil des 2023 des kollektiven Romanprojekts "Gas" bei Cashmere Radio. Seit 2022 ist er künstlerischer Mitarbeiter an der Kunsthochschule Kassel und schreibt in seiner Freizeit den Roman "Goodbye 20th Century".

Vika Kirchenbauer

ist eine in Berlin lebende Künstlerin, Forscherin und Musikproduzentin. In ihrer Praxis untersucht sie die politischen und gesellschaftlichen Grundkonflikte des künstlerischen Feldes. Zwei Monografien, die die künstlerischen und theoretischen Stränge ihrer Arbeit verbinden, wurden von Mousse Publishing veröffentlicht. Sie ist Professorin für Bildende Kunst im zeitgenössischen Kontext an der Kunsthochschule Kassel.

Chris Kraus

ist Autorin und zusammen mit Hedi El Kholti Herausgeberin von semiotext(e), Los Angeles. Sie hat künstlerisches Schreiben unterrichtet am Art Center College of Design, Pasadena, Scripps College, Claremont, sowie der European Graduate School, Saas-Fee. Zurzeit ist sie Gastdozentin am Deep Springs College. Von ihr erschienen im Verlag semiotext(e) unter anderem die Romane „I Love Dick“, „Aliens & Anorexia“ und „Torpor“, die Biografie „After Kathy Acker“ sowie die Essaysammlungen „Social Practices“, „Videogreen“ und „Tiny Creatures“. Zuletzt veröffentlichte sie den Roman „The Four Spent the Day Together“ (Scribe, 2025).

Quinn Latimer

ist Autorin, Redakteurin und gelegentlich auch Kuratorin. Sie ist Leiterin des Masterstudiengangs am Institut Art Gender Nature der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW. Sie ist Autorin unter anderem von „Like a Woman: Essays, Readings, Poems“ (Sternberg, 2017), „Sarah Lucas: Describe This Distance“ (2013), „Film as a Form of Writing: Quinn Latimer Talks to Akram Zaatari“ (2013) und „Rumored Animals“ (2012). Zu ihren kuratorischen Projekten zählen SIREN (some poetics) bei Amant, New York. Zuvor war sie Chefredakteurin der Publikationen zur documenta 14 in Athen und Kassel; heute ist sie Mitherausgeberin der Buchreihe Basel Dialogues der Kunsthochschule Basel.

Sarah Lehnerer

lebt und arbeitet als Künstlerin in Berlin. In ihrer medienübergreifenden Praxis verbindet sie Fotografie, Druckgrafik und Text mit Verfahren des Journalings und der Recherche. Zentrale Themen sind reproduktive Arbeit, biografische Einschreibungen und deren gesellschaftliche Einbettung. In ihrem künstlerischen Schreiben beschäftigt sie sich mit feministischen Schreibstrategien, Erinnerungsprozessen und den Politiken der Polyphonie. Zuletzt erschienen „Fireflies in the Dark. Letters on Ambiguities“ ein Briefwechsel mit Jackie Grassmann, und „Day Book“, eine Sammlung von Bildern und Texten der vergangenen fünf Jahre.

Katrin Mayer

arbeitet einzeln und in verschiedenen Gruppen-Konstellationen mit einem Fokus auf Ortsspezifik, Genderfragen, Vielstimmigkeit, textile und textuelle Strukturen sowie topologische Vorstellungen von Denken und Raum. Im Rahmen eines Stipendiums des Berliner Programms Künstlerische Forschung beschäftigte sie sich mit dem digitalen Raum und entwickelte ihre fortlaufende Publikationsplattform www.coda.org zu feministischen Modi des Codens und Schreibens. Letzte Ausstellungen: Urbane Künste Ruhr, Dortmund (2026), Badischer Kunstverein, Karlsruhe (2024); Kunstverein München (2024); Lentos Kunstmuseum Linz (2024).

Kathrin Röggla

lebt als Schriftstellerin in Köln, arbeitet als Prosa- und Theaterautorin und unterrichtet Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien Köln. Zuletzt erschienen ihr Essayband „Nichts sagen. Nichts hören. Nichts sehen“ (S.Fischer, 2025) und ihr Roman „Laufendes Verfahren“ (S.Fischer, 2023) sowie das Theaterstück „Kein Plan (Kafkas Handy)“. Sie erhielt zahlreiche Preise, darunter den Else-Lasker-Schüler-Preis, den Wortmeldungen-Preis sowie den Heinrich-Böll-Preis. Sie ist unter anderem Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung, sowie der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste, und leitet zusammen mit Leopold von Verschuer eine Änderungsschreiberei (aenderungsschreiberei.com) in der Kölner Weidengasse.

Felix Vogel

ist Professor für Kunst und Wissen an der Universität Kassel und Mitglied des documenta Instituts.

Annette Weisser

ist Künstlerin und Autorin. Zwischen 2006 – 2026 Lehrtätigkeit am Art Center College of Design, Pasadena und der Kunsthochschule Kassel. Zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, unter anderem im MOCAD Detroit, Van Abbemuseum Eindhoven, Kunstverein Heidelberg, Kunstverein München, Westfälisches Landesmuseum Münster, Kunsthaus Dresden, Halle für Kunst Lüneburg, Smart Museum Chicago, KW Berlin. 2015 erschien die Monografie „Annette Weisser – Make Yourself Available“. 2019 erschien ihr Roman "Mycelium" bei semiotexte, Los Angeles. Im Wechsel mit Bruce Hainley schreibt sie zurzeit die Kolumne "Supertramps" für Texte zur Kunst Online.

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